Projekttitel
Energieeffizienz - wahrgenommen mit allen Sinnen
Schule
Gymnasium Dingolfing
Schulform: Gymnasium
Jahrgangsstufe: Q11
Beschreibung der Projektergebnisse
Es entstanden im Laufe des Projektes mehrere Stationen, die dem Besucher der Ausstellung in unterschiedlichsten Bereichen energieeffizientes Verhalten aufzeigen und nachhaltig überzeugen, dieses auch umzusetzen, da man mit allen Sinnen die Problematik der Energieverschwendung nachvollziehen kann.
Die erste Station demonstriert die Effizienz von Niederenergielampen zu normalen Glühlampen. Der Besucher kann entweder an einem Handkurbelgenerator, einem umgebauten Fahrradtrainer oder an einem Fahrrad mit montiertem Generator den benötigten Strom für die Beleuchtung erzeugen. Da aus organisatorischen Gründen die Stationen am Schnuppertag der künftigen Fünftklässler von bis zu 20 Kindern zusammen mit Ihren Eltern und teils auch Großeltern gleichzeitig besucht wurden, mussten mehrere Generatoren von uns zur Verfügung gestellt werden. Die Überraschung bei allen beteiligten war wirklich groß, wie viel mehr Arbeit man verrichten muss, um eine normale 230 Volt Glühlampe (bis zu 40 Watt können bei unseren Aufbauten eingesetzt werden!) zu betreiben als eine Niederenergielampen gleicher Lichtleistung. Aus Sicherheitsgründen wurden die Generatoren auf 12 Volt Gleichspannung ausgelegt und die Spannungswandlung auf 220 Volt von einem käuflichen Wechselrichter übernommen. Die häufigste Frage „Wohin geht denn die Mehrarbeit?“ lässt sich beim Temperaturvergleich der beiden Lampen schnell erspüren.
Verwundert mussten wir feststellen, dass die meisten Personen trotz des Energiesparpotentials und der damit verbundenen Kostenersparnis, die sogar in Rechenbeispielen auf einer Plakatstellwand präsentiert wurden, dennoch von der Qualität der Niederenergielampen noch nicht überzeugt waren. Viele bringen den Einwand, dass die Lampen nicht sofort zünden, bläulich ungemütliches Licht erzeugen und die Lichtausbeute geringer ist. In unserer Gegend scheint der Ruf dieser Lampensorten noch nicht der Beste gewesen zu sein.
An der nächsten Station konnten sich eben diese Personen bei einem Direktvergleich verschiedener Niederenergielampen mit Softlicht, Schnellstart und integriertem Nachtlicht fürs Kinderzimmer selbst überzeugen, was bereits technisch auf dem Markt ist. Hier zeigte sich, dass die meisten beim Kauf ihrer Lampen den Griff zum billigsten Angebot machen und somit bisher das falsche Modell für ihren Verwendungszeck eingekauft haben. Unsere beiden Verkaufsprofis wurden allerseits für ihre tolle Produktwerbung gelobt. Viele der Besucher haben sich gleich die Lampentypen notiert, um sich hoffentlich endlich das richtige Modell zu besorgen. Eigentlich sollte man für diese gute Überzeugungsarbeit den Schülern eine Verkaufsprovision gewähren.
Ihr schauspielerisches Talent setzten die beiden ebenso gewinnbringend bei der Demonstration ihrer Energiespartipps für den Haushalt ein. In einem Puppenhaus sind für jeden Wohnbereich praktikable Sparvorschläge angebracht. In der Diskussion mit den Besuchern zeigte sich, dass mancher Rat zwar schon bekannt ist, jedoch nicht umgesetzt wird, da der Sinn dahinter nicht verstanden ist (z.B. Auftauen von Speisen im Kühlschrank, erst abgekühlt Speisen in den Kühlschrank geben….). Die meisten Besucher nahmen sich gleich zur Gedächtnisstütze den hierfür selbstentworfenen Flyer (siehe beigefügte Dokumentation) mit eben diesen Spartipps mit. Der Druck des Flyers wurde aus Kostengründen an eine Onlinedruckerei vergeben. Um die Breitenwirkung zu verstärken, wurden von diesen Schülern auch Sparvorschläge auf einem Merkblatt für unsere Schule zusammengestellt, die über einen Rundbrief an alle Klassen weitergeleitet wurden. Viele der Kollegen haben sich die Zeit genommen, diese Vorschläge intensiv zu besprechen und haben auch unseren Vorschlag umgesetzt, einen Energiebeauftragten in ihrer Klasse zu wählen. Ebenso hat sich der Sachaufwandsträger über unser Engagement, den Energieverbrauch in unserer Schule nachhaltig zu senken, sehr erfreut gezeigt.
An der dritten Station konnten die Mitschüler das richtige Lüftungsverhalten, auf das im Merkblatt eindringlich hingewiesen wird, in einem Modellversuch nachprüfen. Es wurden mehrere Häuschen aus Dämmmaterial aufgebaut, die durch 25 und 40 Watt Lampen beheizt werden.
Bei einem Haus ist es möglich, das Fenster dauerhaft zu kippen. Hier zeigt sich, dass man bei geöffnetem Fenster erheblich mehr Heizleistung benötigt, um die ursprüngliche Zimmertemperatur wieder zu erreichen. Wird hingegen nur Stoßgelüftet, d.h. Haus hochheben und die gesamte Luft austauschen, so benötigt man bei nahezu gleicher Heizleistung nur wenige Minuten, um die ursprüngliche Zimmertemperatur wieder zu erreichen.
Leider treten beim direkten Luftaustausch immer noch erhebliche Energieverluste auf. Diese zu minimieren war das Ziel einer anderen Gruppe. Diese bauten einen Luftwärmetauscher aus einem alten LKW-Luftkühler und einigen Computerlüftern auf. Die Anlage konnte noch während der Frostperiode in Betrieb genommen werden und zeigte, dass dieser doch eher einfache Aufbau bereits eine Wärmerückgewinnung von bis zu 70% aus der Abluft aufweist. Das mitgelieferte Foto zeigt deutlich, wie fasziniert die Mitschüler ebenso auch die Besucher von dieser genial einfachen Apparatur waren. Einige Nachfragen, ob solche Anlagen auch für den Wäschekeller in der Winterszeit geeignet wären, zeigten, dass die Besucher zum Nachdenken über ihr eigenes Verhalten angeregt wurden. Der erste Schritt zum nachhaltigen Energiesparen scheint somit getan.
Eine weitere Station zeigt verschiedene Quellen der Energiegewinnung mit ihren Auswirkungen auf unsere Umwelt. Verblüfft mussten viele Besucher feststellen, dass die Kosten für die Vermeidung von CO2 sehr unterschiedlich ausfallen. Der Preis, den man zahlen muss, um eine Tonne CO2 durch Solarstrom einzusparen, schockierte alle beteiligten, da alle anderen Maßnahmen zumindest im jetzigem Zeitpunkt noch preiswerter sind.
Stationen zur Wärmeisolation von Heizungs- und Wasserrohren sowie zur Auswahl der geeigneten Kochquelle rundeten die Ausstellung ab.
Der Probelauf in den 8. Klassen sowie der Projekttag mit anschließender Präsentation der Ergebnisse am Schnuppertag zeigten, dass viele der Besucher ihr Verhalten neu überdacht haben und sicher viele der vorgestellten Energiesparmaßnahmen zumindest künftig häufiger umgesetzt werden.
Ebenso ist in vielen Klassen zu bemerken, dass sie bewusst versuchen Energie einzusparen, indem sie die Vorschläge auf unserem Merkblatt beherzigen. Einige Kollegen versuchen zusätzlich in ihrem Unterricht verstärkt ähnlich Themen einzuarbeiten oder nehmen selbst mit ihren Klassen an vergleichbaren Wettbewerben teil.
Allein am Projekttag hatten über 350 Personen die Möglichkeit unsere Ausstellung zu besuchen.
Die Resonanz des Publikums viel hervorragend aus, da für jedes Alter passende Element in der Ausstellung vertreten waren.
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